Phobophobie

Haben Sie Angst vor etwas? Manche haben ja gewisse Abneigungen, aber andere haben richtige Ängste, Angststörungen, ja Phobien. Was ist denn genau gesagt eine Phobie? Der Duden sagt: „extreme Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen“. Bei genauerem überlegen fällt mir an mir selbst nur die Angst vor dem Fliegen auf. Also wenn ich fliegen muss, mach ich das schon, aber wenn ich wählen kann dann ist mir ein schwankendes Schiff lieber.

Es gibt ja wirklich die kuriosesten Phobien. Nehmen wir mal die Chaetophobie, die Angst vor Haaren. Wäre manchmal gut, wenn Horror mal wieder meine langen Haare zwirbelt und ich in Starre bete er möge nicht allzu große Löcher auf dem Kopf reißen. Aber mal im Ernst, Angst vor Haaren? Man fasst dann scheinbar die eigenen Haare nicht an und lässt sie einfach wuchern, zum Frisör geht man da ja auch nicht, denn da wimmelt es ja nur so vor Haaren. Glatze schneiden wäre noch eine Option, aber wer räumt die Haare weg? Bei der ganzen Haarspalterei fällt mir dazu noch die Pogognophobie ein, die Angst vor Bärten oder Bartträgern. Is jetzt blöd zur beginnenden Weihnachtszeit.

Der Mann könnte eine Cenosillicaphobie haben, aber ich denke das wäre schon sehr grausam, schließlich sprechen wir hier von der Angst eines leeren Bierglases. Was machste denn dann? Entweder kein Alkohol mehr, was ja keine Lösung ist. Ab und an das ein oder andere Bierchen ist doch ganz lecker. Ich gehöre ja eh zu den Frauen, die es gerne herber mögen. Soll heißen, ich bin keine Proseccopüppie mit Rosatick. Eine andere Alternative wäre übrigens den Keller gut zu füllen oder aber regelmäßige Besuche beim Wirt des Vertrauens, die arme Leber.

Wenn ich an meine Kinder Horror und Terror denke fallen mir ne Menge Ängste und Phobien ein. Horror, der 2 jährige, hat beispielsweise Angst vorm aufräumen, am Abend geht es aber einigermaßen. Öfter hat er auch Angst davor zu hören was ich sage, da wird er richtig panisch, aber seine Phobie ist definitiv die Lachanophobie – die Angst vor Gemüse. Gemüse! Das blöde Grünzeug braucht kein Mensch, denken jetzt wahrscheinlich die Männer unter Ihnen. Ich bin jetzt auch kein Vegetarier, gibt ja nix leckeres als ein saftiges Steak, aber Gemüse ist erstens auch sehr lecker und zweitens sollten gerade so kleine Zwerge davon schon einiges essen. Nach diversen Versuchen („guck mal ein Flugzeug“, „ein Löffel für die Mama“) hab ich das Kind einfach ausgetrickst, klappt beim Mann übrigens genauso. Das Zauberwort heißt Pürierstab. Haha, einfach alles in die Sauce pürieren und schon wird reingeschaufelt.

Terror, mein Teenie, ist da zum Glück nicht so, der futtert brav Gemüse. Die Angst vor dem Aufräumen ist bei ihm allerdings auch sehr ausgeprägt. Manchmal gehe ich, natürlich nur mit Schutzanzug, in sein Zimmer und dann ist es wie bei Ikea. Du willst nur schauen und kommst mit 3 Gläsern, fünf Tellern und nem Berg Klamotten wieder raus. Eine weitere Angst ist zu riechen, gaseln, müffeln. Wenn Sie morgens in mein Bad kommen würden und mein Teenie war vorher drin, dann würden Sie erst einmal gegen eine Wand rennen und nach Stunden der Bewusstlosigkeit aufwachen. Da wird eine halbe Flasche Deo versprüht, die Pflanze im Bad ist top gestylt, weil 2 Zentner Haarspray verteilt wurden und die Parfümflasche war auch schon voller.

Was ein Teenager gar nicht kennt ist die Sitophobie, richtig, die Angst vor Essen. Die sind wie Staubsauger, wenn du da im Weg stehst, sind die Haare weg. Was die alles in sich rein stopfen, selbst als ich schwanger war habe ich mich bewusster ernährt.

Heutzutage haben mit Sicherheit die meisten Teenager die Nomophobie, verbreitet in allmöglichen Ländern und eine extreme Neuzeiterscheinung. Die No-Mobil-Phone-Phobia, die Angst über das Smartphone nicht erreichbar zu sein. Schrecklich. Wenn es Ihnen zu Hause einmal zu leise oder gar zu langweilig mit dem Teenie ist, schalten Sie mal das WLAN ab und gehen Sie in Deckung. Aber Vorsicht ist geboten, ich kann für nichts garantieren. Was da los ist. Da hört man ein Donnern und Grollen im Kinderzimmer. Die können sich auf einmal wieder bewegen und reden. Naja es is eher so ein nörgelnder Plärrton, bestehend aus der panischen Frage was mit dem Internet los ist. Erklär denen dann mal, das es ein psychologisches Mittel der Konfrontation ist, nämlich dem Handysüchtigen den Saft abzudrehen, völliges Unverständis. Das wollen die nicht hören. Aber dann, nach einer Weile, wenn sie sich dran gewöhnt haben, passiert etwas viel schlimmeres. Die wollen wie zweijährige beschäftigt werden. Terror klebt dann an mir dran wie Kaugummi, dabei will der Zwerg ja schon dauernd entertaint werden. Das ist ja dann als hätte ich zwei trotzige Kleinkinder. Haben Sie Angst vor etwas?

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